Alles übers Framing – inklusive vieler Beispiele (Danke ARD)

Ich frage mich oft, wofür ich die Fernseh- und Rundfunkgebühren (früher GEZ) zahle. Als leidenschaftlicher Kommunikator und Rhetorik-Fan und -Trainer weiß ich seit heute, dass das Geld fantastisch angelegt wurde. Vielen Dank für dieses Gutachten. Vielen Dank für diese lebendigen Beispiele. Vielen Dank für diese leicht zu lesende Beschreibung dieses Rhetorik-Instruments.

https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2019/02/framing_gutachten_ard.pdf

 

Debattieren kann man lernen – IBM’s Project Debater

IBM hat gerade ein Gerät namens „Project Debater“ präsentiert. Es kann in Debatten nicht nur mitreden, sondern auch eigene rhetorische Argumente aufbauen, die ihm die Programmierer so eigentlich nicht einprogrammiert hatten. Ähnlich wie einst den Schachcomputer „Deep Blue“ ließ IBM sein System gegen ausgewiesene menschliche Debattierprofis antreten. Die Technik schlug sich dabei ziemlich gut.

Die FAZ schrieb dazu:

„Project Debater ist eine Künstliche Intelligenz, die selbständig Muster erkennen, daraus Schlüsse und aus einmal getroffenen Schlüssen ihre Lehren ziehen kann. Das selbstlernende System greift ein Thema auf, analysiert blitzschnell bis zu eine viertel Milliarde Dokumente, geht in die Diskussion, transkribiert die Argumente, wägt sie ab und antwortet. Dabei strukturiert Debater seine Äußerungen so, dass sie möglichst überzeugend klingen.“

Wenn Sie Ihren Auftritt so professionalisieren wollen, dass sie nicht nur möglichst überzeugend klingen, sondern es auch sind, machen Sie ein Talkshow-Training oder ein Training für eine Podiumsdiskussion.  Wir gehen in diesen Training zwar keine viertel Milliarden Dokumente durch, aber alle Techniken und Kniffe, die genau auf Sie zugeschnitten sind und Ihr Publikum überzeugen werden.

Project Debater beim Debattierwettbewerb

(Foto: JASON HENRY/The New York Times/R)

 

Der erste Eindruck zählt – Kleider machen Leute

Sicher, die inneren Werte sind ganz was Feines. Auch beim Vortrag. Denn natürlich kommt es dabei auf die Inhalte an. Auf ein paar Äußerlichkeiten allerdings auch. Denn Kleider machen Leute.

Der allererste Eindruck, den die Zuhörer und Zuschauer von Ihnen gewinnen, der ist immer ein äußerlicher Eindruck. Denn noch bevor Sie auch nur einen Satz sagen können, haben die Menschen im Saal Sie gesehen.

Und wir alle kennen das, ob wir wollen oder nicht, entsteht so der erste Eindruck. Hat der Redner sich vor lauter Verzweiflung vorher noch einmal die Haare gerauft? Trägt er vorzugsweise eine Altkleidersammlung auf? Weiß der überhaupt, wie man sich eine Krawatte bindet?

Wenn Sie inhaltlich überzeugen wollen, dann müssen Sie auch äußerlich überzeugen. Das heißt nicht, dass Sie sich verstellen müssen. Das heißt auch nicht, dass Sie Ihre Kleidung wie eine Verkleidung tragen müssen. Aber das bedeutet, dass Sie an einem solchen Tag schon daheim vor dem Spiegel etwas mehr Zeit verbringen sollten.

Und das bedeutet gerade bei Herren ganz banal, dass die Krawatte (so Sie eine tragen) nicht nur vernünftig gebunden sein muss. Nein, in dem Moment, in dem Sie sich von Ihrem Platz im Saal erheben und auf die Bühne begeben, sollten Sie immer mit einem Handgriff den Sitz der Krawatte kontrollieren und obendrein Ihr Sakko schließen.

Ja, natürlich, das sind Nebensächlichkeiten. Aber nur so lange, wie Sie sich rechtzeitig darum kümmern. Sonst könnte nämlich all das viel zu sehr in den Mittelpunkt des Interesses rücken und Ihrem Auftritt schaden.

Funny Analyst Research Report

Heute vor 14 kam dieser Funny Analyst Research Report (Analystenreport) von James Montier von Dresdner Kleinwort Wasserstein heraus. Bis heute ungeschlagen. Sehr amüsant. Sehr lustig

Hier ist der Report zum Abruf: Funny Analyst Research Report

 

Hier ist der Inhalt der ersten Seite als Text:

 

Global Equity Strategy

If it makes you happy

The psychology of happiness

If you are after specific investment advice, stop reading now. We seek to explore one of Adam Smith’s obsessions: what it means to be happy.‘ We also discuss why that’s important to investors, and
how we can seek to improve our own levels of happiness. The list below shows our top ten suggestions for improving happiness.

  • Don’t equate happiness with money. People adapt to income shifts relatively quickly, the long lasting benefits are essentially zero.
  • Exercise regularly. Taking regular exercise generates further energy, and stimulates the mind and the body.
  • Have sex (preferably with someone you love). Sex is consistently rated as amongst the highest generators of happiness. So what are you waiting for?
  • Devote time and effort to close relationships. Close relationships require work and effort, but pay vast rewards in terms of happiness.
  • Pause for reflection, meditate on the good things in life. Simple reflection on the good aspects of life helps prevent hedonic adaptation.
  • Seek work that engages your skills, look to enjoy your job. It makes sense to do something you enjoy. This in turn is likely to allow Global Investment Strategy you to flourish at your job, creating a pleasant feedback loop.
  • Give your body the sleep it needs.
  • Don’t pursue happiness for its own sake, enjoy the moment. Faulty perceptions of what makes you happy, may lead to the wrong pursuits. Additionally, activities may become a means to an end, rather than Global Equity Strategy something to be enjoyed, defeating the purpose in the first place.
  • Take control of your life, set yourself achievable goals. james.montier@drkw.com
  • Remember to follow all the rules.

Erfolgreich präsentieren: Hier stimmt alles (Telekom Hauptversammlung 2018)

Hier stimmt alles für erfolgreiches Präsentieren:

  • der Redner steht frei vorm Publikum,
  • die Gestik offen,
  • er hält sich nicht an Notizen oder anderem fest,
  • auf der Bühne ist eine kleine Szene aufgebaut (spannend),
  • es gibt zwei Bildschirme: für den Redner und für Inhalte,
  • die Inhalte auf dem Bildschirm sind visuell, schnell erfassbar und auf wenige Worte beschränkt.

Für das Publikum sage ich „Danke“ für diesen tollen Ansatz. Er zeigt, dass es dem Unternehmen wichtig ist, sich gut (im Sinne des Publikums) darzustellen.

 

Zu groß für den Anfang? Es gibt ja auch kleinere Bühnen.

Bildquelle: dpa

Wenn Sie auch einen so großartigen Auftritt hinlegen wollen, dann schauen Sie mal hier.

Ratschläge für einen guten Redner (Kurt Tucholksy)

Letzte Wochen hatten wir die Ratschläge für einen schlechten Redner von Kurt Tucholsky. Heute folgen die – wesentlich kürzeren – Ratschläge für einen guten Redner.

 

Hauptsätze. Hauptsätze. Hauptsätze.

Klare Disposition im Kopf – möglichst wenig auf dem Papier.

Tatsachen, oder Appell an das Gefühl. Schleuder oder Harfe. Ein Redner sei kein Lexikon. Das haben die Leute zu Hause.

Der Ton einer einzelnen Sprechstimme ermüdet; sprich nie länger als vierzig Minuten. Suche keine Effekte zu erzielen, die nicht in deinem Wesen liegen. Ein Podium ist eine unbarmherzige Sache – da steht der Mensch nackter als im Sonnenbad.

Merk Otto Brahms Spruch: Wat jestrichen is, kann nich durchfalln.

1930

 

Wer die Ratschläge als Buch haben will: hier geht’s zu Amazon. Tucholsky gibt in diesen Texten ein fantastisches Rhetoriktraining. Es braucht eigentlich nur drei Dinge, um ein wirklich guter Redner zu werden: Üben, üben, üben.

Ratschläge für einen schlechten Redner (Tucholsky)

Das, was Kurt Tucholsky in diesen Ratschlägen für einen schlechten Redner vermittelt, ist ein fantastisches Rhetoriktraining. Es braucht eigentlich nur drei Dinge, um ein wirklich guter Redner zu werden: Üben, üben, üben.

 

 

Ratschläge für einen schlechten Redner

Fang nie mit dem Anfang an, sondern immer drei Meilen vor dem Anfang! Etwa so:

»Meine Damen und meine Herren! Bevor ich zum Thema des heutigen Abends komme, lassen Sie mich Ihnen kurz …«

Hier hast du schon so ziemlich alles, was einen schönen Anfang ausmacht: eine steife Anrede; der Anfang vor dem Anfang; die Ankündigung, daß und was du zu sprechen beabsichtigst, und das Wörtchen kurz. So gewinnst du im Nu die Herzen und die Ohren der Zuhörer.

Denn das hat der Zuhörer gern: daß er deine Rede wie ein schweres Schulpensum aufbekommt; daß du mit dem drohst, was du sagen wirst, sagst und schon gesagt hast. Immer schön umständlich!

Sprich nicht frei – das macht einen so unruhigen Eindruck.

Am besten ist es: du liest deine Rede ab. Das ist sicher, zuverlässig, auch freut es jedermann, wenn der lesende Redner nach jedem viertel Satz mißtrauisch hochblickt, ob auch noch alle da sind.

Wenn du gar nicht hören kannst, was man dir so freundlich rät, und du willst durchaus und durchum frei sprechen … du Laie! Du lächerlicher Cicero! Nimm dir doch ein Beispiel an unsern professionellen Rednern, an den Reichstagsabgeordneten – hast du die schon mal frei sprechen hören? Die schreiben sich sicherlich zu Hause auf, wann sie »Hört! hört!« rufen … ja, also wenn du denn frei sprechen mußt:

Sprich, wie du schreibst. Und ich weiß, wie du schreibst.

Sprich mit langen, langen Sätzen – solchen, bei denen du, der du dich zu Hause, wo du ja die Ruhe, deren du so sehr benötigst, deiner Kinder ungeachtet, hast, vorbereitest, genau weißt, wie das Ende ist, die Nebensätze schön ineinandergeschachtelt, so daß der Hörer, ungeduldig auf seinem Sitz hin und her träumend, sich in einem Kolleg wähnend, in dem er früher so gern geschlummert hat, auf das Ende solcher Periode wartet … nun, ich habe dir eben ein Beispiel gegeben. So mußt du sprechen.

Fang immer bei den alten Römern an und gib stets, wovon du auch sprichst, die geschichtlichen Hintergründe der Sache. Das ist nicht nur deutsch – das tun alle Brillenmenschen. Ich habe einmal in der Sorbonne einen chinesischen Studenten sprechen hören, der sprach glatt und gut französisch, aber er begann zu allgemeiner Freude so: »Lassen Sie mich Ihnen in aller Kürze die Entwicklungsgeschichte meiner chinesischen Heimat seit dem Jahre 2000 vor Christi Geburt…« Er blickte ganz erstaunt auf, weil die Leute so lachten.

So mußt du das auch machen. Du hast ganz recht: man versteht es ja sonst nicht, wer kann denn das alles verstehen, ohne die geschichtlichen Hintergründe … sehr richtig! Die Leute sind doch nicht in deinen Vortrag gekommen, um lebendiges Leben zu hören, sondern das, was sie auch in den Büchern nachschlagen können … sehr richtig! Immer gib ihm Historie, immer gib ihm.

Kümmere dich nicht darum, ob die Wellen, die von dir ins Publikum laufen, auch zurückkommen – das sind Kinkerlitzchen. Sprich unbekümmert um die Wirkung, um die Leute, um die Luft im Saale; immer sprich, mein Guter. Gott wird es dir lohnen.

Du mußt alles in die Nebensätze legen. Sag nie: »Die Steuern sind zu hoch.« Das ist zu einfach. Sag: »Ich möchte zu dem, was ich soeben gesagt habe, noch kurz bemerken, daß mir die Steuern bei weitem…« So heißt das.

Trink den Leuten ab und zu ein Glas Wasser vor – man sieht das gerne.

Wenn du einen Witz machst, lach vorher, damit man weiß, wo die Pointe ist.

Eine Rede ist, wie könnte es anders sein, ein Monolog. Weil doch nur einer spricht. Du brauchst auch nach vierzehn Jahren öffentlicher Rednerei noch nicht zu wissen, daß eine Rede nicht nur ein Dialog, sondern ein Orchesterstück ist: eine stumme Masse spricht nämlich ununterbrochen mit. Und das mußt du hören. Nein, das brauchst du nicht zu hören. Sprich nur, lies nur, donnere nur, geschichtele nur.

Zu dem, was ich soeben über die Technik der Rede gesagt habe, möchte ich noch kurz bemerken, daß viel Statistik eine Rede immer sehr hebt. Das beruhigt ungemein, und da jeder imstande ist, zehn verschiedene Zahlen mühelos zu behalten, so macht das viel Spaß.

Kündige den Schluß deiner Rede lange vorher an, damit die Hörer vor Freude nicht einen Schlaganfall bekommen. (Paul Lindau hat einmal einen dieser gefürchteten Hochzeitstoaste so angefangen: »Ich komme zum Schluß.«) Kündige den Schluß an, und dann beginne deine Rede von vorn und rede noch eine halbe Stunde. Dies kann man mehrere Male wiederholen.

Du mußt dir nicht nur eine Disposition machen, du mußt sie den Leuten auch vortragen – das würzt die Rede.

Sprich nie unter anderthalb Stunden, sonst lohnt es gar nicht erst anzufangen.

Wenn einer spricht, müssen die andern zuhören – das ist deine Gelegenheit. Mißbrauche sie.

Ratschläge für einen guten Redner

Hauptsätze. Hauptsätze. Hauptsätze.

Klare Disposition im Kopf – möglichst wenig auf dem Papier.

Tatsachen, oder Appell an das Gefühl. Schleuder oder Harfe. Ein Redner sei kein Lexikon. Das haben die Leute zu Hause.

Der Ton einer einzelnen Sprechstimme ermüdet; sprich nie länger als vierzig Minuten. Suche keine Effekte zu erzielen, die nicht in deinem Wesen liegen. Ein Podium ist eine unbarmherzige Sache – da steht der Mensch nackter als im Sonnenbad.

Merk Otto Brahms Spruch: Wat jestrichen is, kann nich durchfalln.

1930

 

Wer die Ratschläge als Buch haben will: hier geht’s zu Amazon.

Warum sind TED-Talks so erfolgreich?

Reden erleben eine Renaissance im Internet – und das stellt die Redekunst wieder in den Mittelpunkt. Es ist schon verwunderlich, dass dieses jahrtausendealtes Format in der Zeit der globalen Vernetzung und totalen Kommunikationsmöglichkeiten von Millionen betrachtet wird. Vielleicht haben Sie sich schon einmal im Netz einen „TED-Talk“ angeschaut. Vielleicht einen Talk im Rahmen einer offiziell organisierten TED-Konferenz oder einen der vielen dezentral organisierten TEDx Talks.

Warum zieht dieses Format Millionen von Betrachtern an? Hier sind die aus meiner Sicht wesentlichen Gründe:

  1. Die Themen sind gut („Ideas worth spreading“).
  2. Die Redner geben sich Mühe und bereiten sich vor.
  3. Eine Rede dauert nicht länger als 20 Minuten.

Was bedeutet das für Ihre Rede, Ihren Vortrag oder Ihre Präsentation? Wenn Sie eine wirklich Eindruck hinterlassen wollen, melden Sie sich bei mir und ich unterstütze Sie bei der Entwicklung eines großartigen Vortrags, der garantiert in Erinnerung bleibt. Ganz gleich ob auf einer TED-Bühne, vor Kunden, Mitarbeitern oder Ihren Chefs. Sie werden Eindruck machen und Ihre Ziele erreichen. Sonst gibt’s das Geld zurück!

Resonanzkraft® ist eine Marke der altema GmbH - Klopstockstr. 5 - 40237 Düsseldorf
Social Media Auto Publish Powered By : XYZScripts.com